Auszubildende für einen Tag

Auszubildende für einen Tag

Carolin Kießling machte eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen; das alleine macht Elke schon stolz. Aber was genau Carolin den ganzen Tag macht, wusste sie nicht so recht.
Auch Hermann Weingärtner war neugierig darauf, was sein Sohn Nico Fenzl in seiner Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker so macht.

Im Rahmen der Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ absolvierten sie deshalb ein kurzes Praktikum in den Betrieben vfm Versicherungs- & Finanzmanagement GmbH in Pegnitz und Rolladen Braun GmbH & Co. KG in Weiding. Und erhielten so einen guten Eindruck von den Berufen, die ihre Kinder gewählt haben.

Elke Kießling macht eintägiges Praktikum im Betrieb ihrer Tochter Carolin in Pegnitz

In ihrer ersten Aufgabe zeigte Elke, wie gut sie mit herausfordernden Situationen an der Telefonanlage am Empfang zurechtkommt. Des Weiteren durfte Elke gemeinsam mit ihrer Tochter einen Newsletter zum Thema „Altersvorsorge für Selbstständige“ erstellen. In der dritten Aufgabe verglich Elke verschiedene Berufsunfähigkeitsversicherungen für eine Krankenschwester und konnte, mit Hilfe von Carolin, eine Empfehlung aussprechen. Carolin hatte ihre Mutter während des Tages natürlich immer im Blick: „Meine Mutter hat sich für den ersten Tag wirklich toll geschlagen. Natürlich kann man nicht alles wissen als Praktikantin, aber sie hat schnell gelernt.“ Elke, die normalerweise als veterinärmedizinisch-technische Assistentin arbeitet, ist beeindruckt davon, was ihre Tochter täglich leistet: „Mein Praktikumstag war sehr interessant und auch anspruchsvoll. Dass meine Tochter in ihrem Beruf so aufgeht, ist wirklich toll."

Hermann Weingärtner macht eintägiges Praktikum im Betrieb seines Sohnes Nico in Weiding

Rollladenkästen fräsen, zusammenbauen und diese mit dem Sohn auf Montage einbauen – die Aufgaben, die es zu erledigen galt, waren vielfältig. Nico – der im zweiten Ausbildungsjahr beim oberpfälzischen Betrieb ist – hatte seinen Vater dabei natürlich immer im Blick: „Er schlägt sich bis jetzt super. Man merkt ihm nicht an, dass er das zum ersten Mal macht.“ Hermann Weingärtner, der normalerweise einen Gartenservice betreibt, ist hingegen auch beeindruckt davon, was sein Sohn täglich leistet: „Was der Nico den ganzen Tag in der Ausbildung macht, macht mich sehr stolz. Nach meinem Tag als Praktikant habe ich ein noch besseres Bild davon, wie anspruchsvoll sein Beruf ist und was er für tolle Arbeit leistet.“

Das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern (HWK) haben die Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ ins Leben gerufen, um die Akzeptanz für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Gesellschaft zu erhöhen und auf die Vielfalt an Ausbildungsberufen in Deutschland aufmerksam zu machen. Es muss nicht immer ein Studium sein, denn auch eine berufliche Ausbildung bietet jungen Menschen gute Beschäftigungs- und Entwicklungschancen – Sicherheit, Selbstbestimmung und Praxisbezug sind nur einige der Vorteile einer Ausbildung.

Um Vätern und Müttern in ganz Bayern zu zeigen, was ihre Kinder jeden Tag leisten, durften sechs Elternteile ihre Kinder für einen Tag am eigenen Arbeitsplatz in Industrie und Handwerk begleiten. Das einhellige Fazit: Ausbildung macht Elternstolz.