Erwin Huber beendet seine politische Karriere

„Mit das Schwierigste im Politikerdasein ist, zu
sehen und zu spüren, wann es Zeit ist, Amt und Macht abzugeben.“
Das hat mal der CSU-Politiker Erwin Huber aus dem Landkreis Dingolfing-Landau gesagt.
Jetzt ist es offiziell, dass der Reisbacher nächstes Jahr nicht mehr für den Landtag kandidiert.
Nach 40 Jahren als CSU-Abgeordneter beendet
Erwin Huber seine politische Karriere.
Er will Platz für Jüngere machen.
Der Reisbacher war CSU-Generalsekretär,
Staatskanzleichef, Finanzminister, Wirtschaftsminister und ein Jahr
lang CSU-Vorsitzender.
Seine größte Niederlage war das CSU-Fiasko bei
der Landtagswahl 2008.
Danach war er sein Amt als Parteichef los.

Die Entscheidung, die eigentlich länger klar war, hat Huber nun endgültig offiziell gemacht.
„Nach 50 Jahren in der Politik und dann 40 Jahren als Abgeordneter möchte ich die Tagesarbeit in jüngere Hände legen“, sagte Huber der Deutschen Presse-Agentur.
Die Bewerbungsfrist seines Kreisverbandes bis Ende Oktober hat er verstreichen lassen.

Politik habe ja Suchtelemente, aber er sei bereits auf Entzug und könne dem neuen Leben viel Schönes abgewinnen, erklärte er.
Vorruhestand aber gibt es für ihn nicht:
Bis zum letzten Tag bleibe er „engagiert und unerschrocken in der Pflicht“, betonte er –
Huber ist unter anderem Chef des Wirtschaftsausschusses im Landtag.

Das war und ist für viele in- und außerhalb der CSU erstaunlich: dass Huber nicht schon längst aufgehört hat.
Im Jahr 2008, nach der historischen Landtagswahlniederlage, die ihn nach nur 13 Monaten das
Amt als CSU-Chef kostete.
Oder spätestens bei der Landtagswahl 2013.
Nein, Huber blieb – und blieb sogar bis heute Ausschussvorsitzender.

„Ich bin meinen Wählern und meiner Partei dankbar, dass ich über einen so ungewöhnlich langen Zeitraum auf der Kommandobrücke und im Maschinenraum des „Tankers Bayern“ wirken durfte“, erklärte Huber, der in seiner Karriere Siege erlebte, aber auch herbe Niederlagen.

Aus der Nachfolgersuche in seinem Stimmkreis hat Huber sich nach eigenen Worten herausgehalten.
„Ich will auch nicht meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger bestimmen, denn ein Amt ist in der Demokratie kein Erbhof“, erklärte er.
„Die Entscheidung sollen die treffen, die künftig Verantwortung in diesem Staffellauf tragen.“

Doch sich ganz heraushalten aus der Politik wird Huber kaum können.
„Ein politischer Mensch bleibt man sein Leben lang“, betonte er.
Gelegentlich einen „Warnruf“ werde er wohl nicht unterdrücken können.

Auf Huber warten aber erst einmal viele andere Dinge – unter anderem seine Enkel.
Er will Rennradfahren und Langlaufen, will Klavierspielen lernen – und habe ein Philosophie-Studium ins Auge
gefasst.
„Und um ein paar Gänge runterzuschalten, zu entschleunigen und der Beschaulichkeit Raum zu geben, ist es ja wirklich nicht zu früh.“