Bayerische Heilbäder wollen nicht baden gehen

Wir wollen mehr Geld
Das ist die Kernaussage des Bayerischen Heilbäder-Verbandes.
Zu dem Verband gehören auch Bad Birnbach, Bad Füssing und Bad Griesbach.
Der Verband hat an Finanzminister Markus Söder geschrieben.
In dem Brief fordern die Mitglieder mehr Geld von der Staatsregierung für notwendige Investitionen.
Von fünf Millionen Euro mehr pro Jahr ist die Rede.
Seinen Sitz hat der Bayerische Heilbäder-Verband in Bad Füssing

Rudolf Weinberger, Geschäftsführer des Heilbäder-Verbandes, erinnerte an die Reform des Kursystems unter dem damaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer  1996, nach der unter anderem die Dauer der von Krankenkassen gezahlten Kuren verkürzt und höhere Zuzahlungen erforderlich wurden.
„Damals wurde alles schlechter“, sagte Weinberger.
Beispielsweise habe bis dato die Durchschnittsverweildauer im niederbayerischen Bad Füssing 21 Tage
ausgemacht, heute seien es noch 7,5 Tage.

Heilbäder hätten keine große Lobby, jedoch böten sie im Freistaat 100 000 Arbeitsplätze und generierten einen jährlichen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro, fasste Weinberger zusammen.
„Nachdem die Kassen nicht mehr so viel zahlten, mussten sich die Kurorte etwas Neues einfallen lassen, um Leute zu gewinnen, die bereit sind, aus eigener Tasche für ihre Gesundheit zu sorgen.“
Es galt, neue Zielgruppen zu erreichen: jüngere Leute, Familien, Allergiker, Burnout-Patienten.
Dafür hätten die Kurorte ihr etwas verstaubtes Image abschütteln und Betriebe modernisiert werden müssen.

„Früher war in vielen Bädern alles weiß gekachelt, es herrschte fast Schlachthausatmosphäre – aber das war den Leuten egal, weil es die Kassen bezahlt haben.“
Gäste die auf eigene Kosten kommen, stellten andere Ansprüche, und darauf hätten sich die Betriebe erst einstellen müssen.